Rechtslage

Lange Jahre war eine Verschreibung getrockneter Cannabisblüten in Deutschland gar nicht und zuletzt nur in Ausnahmefäl­len möglich. Die Erteilung einer solchen Ausnahmeerlaubnis richtete sich nach § 3 Abs. 2 BtMG.

Seit dem 10.3.2017 ist eine Verschreibung getrockneter Cannabisblüten generell rechtlich möglich.  Nun ist schwerwiegend kranken Patienten, die keine adäquate Therapiealternative haben (denen „eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung im Einzelfall nicht zur Verfügung steht“), erlaubt, nach einer entsprechenden Indikationsstellung durch den Arzt (Stichwort: „Therapiefreiheit“) getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in standardisierter Qualität auf ein Rezept in Apotheken zu erhalten.

Durch eine Änderung im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) wurde u.a. auch eine entsprechende Erstattungs­möglichkeit durch die Krankenkassen für Patientinnen und Patienten der vorge­nannten Gruppe geschaffen. Die Erstattung ist an eine wissenschaftlich begleitete Datenerhe­bung geknüpft, um weitere Erkenntnisse zur Wirkung der in Rede stehenden Cannabisarz­neimittel zu erlangen.