Ausblicke

Konnten sich in Deutschland bislang nur gut 1.000 Patienten mit einer Sondergenehmigung medizinische Cannabisblüten auf eigene Kosten verschreiben lassen, dürfte diese Zahl in den nächsten Jahren deutlich anwachsen, zumal jetzt die Krankenkassen in der Regel die Kosten zu tragen haben werden. Auch wenn die Einschätzung eines Potentials von einer Million Cannabis-Patienten (Grotenhermen) recht hoch gegriffen zu sein scheint, die Annahme der Bundesregierung von 5.000 bis 10.000 Patienten dürfte zurückhaltend sein. Letztlich wird sich der Bedarf aus dem Zusammenspiel der tatsächlichen Nachfrage durch Patienten, der Verschreibungspraxis der Ärzte sowie der Verwaltungspraxis der Krankenkassen und Behörden ergeben.

Möglicherweise lassen Zahlen aus anderen Ländern wie beispielsweise Israel, etwa 26.000 Patienten (bei rund 8 Mio. Einwohnern), oder Kanada, mehr als 100.000 Patienten (bei gut 35 Mio. Einwohnern), erahnen, wie hoch der praktische Bedarf sein könnte. Allein die Gruppe der Schmerzpatienten, eine der Hauptzielgruppen für eine Cannabis-Anwendung, ist mit etwa 17% aller Deutschen oder jedem dritten Haushalt in Europa sehr groß.